Mittwoch, 24. Juni 2015

Bei Nacht und Nebel

So wie es für mich typisch ist, habe ich mitten in der Nacht ein Spontanes Geburtstagsgeschenk fertig gestellt. Diesesmal wieder für meine 'Star Wars'- und besonders Chewbacca-Verrückte Kollegin.

Ich wollte schon immer ausprobieren einen Stempel selbst aus einem Radiergummi zu schnitzen, habe bereits einige Bilder dazu im Internet gesehen und mochte diese grobe DIY-Optik davon. Ein Linoldruck-Set habe ich mir bereits vor längerer Zeit gegönnt und mir damit schon übel in die Hand geschnitten, also schon etwas Erfahrung gesammelt :P 

Zuerst habe ich mit einem Folienstift eine Vorzeichnung auf das Radiergummi gemacht und mit Nagellackentferner etwas korrigiert. Dann mit dem kleinsten Linolmesseraufsatz ausgeschnitten was nicht bemalt ist und war "schon" fertig.

Ich hatte noch einige alte Stempel mit Holzgriff bei mir liegen, weil ich sie für genau so ein Projekt verwenden wollte, habe davon das alte Motiv abgelöst, den Griff noch etwas geschliffen und den neuen Stempel drangeklebt. Noch etwas testgestempelt und war sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Für die Verpackung habe ich noch schnell diese Anleitung für eine Schleife aus Papier probiert, ging erstaunlich gut dafür, dass ich alles frei Hand nach Augenmaß ausgeschnitten habe.

Dienstag, 28. April 2015

Tentakeliges

Ich habe vergangenes Wochenende einen Oktopus-Fan mit einer Torte beglückt und auch das Geschenk an das Thema angelehnt. 

Zum ersten mal habe ich mich an 'Rice-Crispy-Treats' versucht, hätte ich auch schon viel früher gemacht, nur wusste ich bis vor kurzem davon noch nichts. Es eignet sich für essbare Figuren die eine Torte krönen sollen, lässt sich gut modellieren und nach dem Aushärten auch schnitzen. Ich habe sie nach diesem Rezept gemacht, mit Smacks allerdings und das funktioniert zwar, aber beim nächsten mal würde ich auf jeden Fall etwas feineres nehmen, da die Unebenheiten und Löcher etwas zu groß waren. 

Geglättet habe ich das ganze mit Buttercreme, allerdings nur, weil ich nicht viel Zeit hatte und mit dem arbeiten musste, was ich im Haus hatte, das nächste mal würde ich eine Ganache machen, aber das ist einfach Geschmackssache. Der feste Körper aus Rice-Crispies und der weiche Überzug eignen sich super zum überziehen mit einer Fondantdecke, die man gut festdrücken und auch noch etwas Modellieren kann auf dem ganzen. 

Die Zeit wurde immer und immer knapper, da habe ich die Bemalung leider etwas hektisch mit Küchentuch auf das Ganze tupfen müssen (Wodka mit Gelfarbe von Wilton) und zu allem Überfluss war die Sahne für das "Wasser" auch noch zu wenig, aber dafür ist es im großen und ganzen sehr schön geworden.


Und hier noch das Geschenk, scharfe Soßen, Chili-Fruchtgummi, mit Copic selbstgemalte Flammen und einem weiteren Tentakelwesen.


Dienstag, 24. Februar 2015

Herzensangelegenheit

Schon vor einiger Zeit habe ich auf der Arbeit etwas basteln dürfen. Ich arbeite am Theater als Requisiteurin und selten fallen so schöne Projekte in unseren Aufgabenbereich, ich hatte auch eher Glück, dass der Bühnenplastiker zu der Zeit verhindert war und ich es machen konnte. Mitunter lag es aber natürlich auch daran, dass man um mein Basteltalent wusste ;P

Es ging darum ein Herz, also das Organ, zu bauen, das einerseits weich und quetschbar ist und andererseits viel Kunstblut aufnehmen und durch Drücken abgeben könne. Ich dachte an unseren Job, also den der Requisite, dieses Herz nach jeder Vorstellung zu säubern und auch ans Befüllen, ohne dass es nach mehreren Aufführungen anfängt zu müffeln oder gar zerfällt. Meine Idee war es nach der Methode zu machen, wie Larp-Waffen hergestellt werden, also ein Schaumstoff der mit Latexmilch beschichtet ist, damit wäre es weich, drück- und abwaschbar.

Da wir ihn für einige Stücke ebenfalls benutzen, war er sehr naheliegend um das Herz zu befüllen: Der Klistierball. Ich habe einen in das Herz eingebaut, beziehungsweise einen Hohlraum dafür geschaffen. Fest eingebaut sind allerdings Strohhalmstücke, die ich mit einem Heißluftfön verformt und mit Heißkleber zusammengefügt habe, dort soll das Blut dann hindurchlaufen und herrausspritzen. Das Innere habe ich ebenfalls mit Latexmilch bestrichen, damit innen ausgelaufenes Blut nicht in den Schaumstoff sickert.

Dragonskin, ein transparentes Zweikomponenten-Silikon sollte das ganze vervollständigen, leicht rot eingefärbt wollte ich die Oberfläche damit bestreichen. Einerseits weil es selbst nach dem Aushärten eine glänzende Oberfläche beibehält und somit immernoch nass aussieht und andererseits um Übergänge zu kaschieren, wo ich Teile zusammengefügt habe. Dazu ist es nicht mehr gekommen, da die Theaterwelt sehr launisch ist und das Herz mitten in meinen Arbeiten dann doch rausgenommen wurde. Schade aber immerhin ein spannendes Projekt, wozu ich mir Lösungen einfallen lassen konnte und mich in meiner liebsten Beschäftigung etwas üben konnte: Das Bauen von plastischen Dingen.